Weidesaison – die schönste Zeit für unsere Pferde

Leider birgt das junge Weidegras im Frühjar und besonders bei kalter Witterung auch Gefahren. Der Fruktangehalt im Gras bei Temperaturen unter 10 Grad ist hoch und bei zusätzlichem Sonnenschein steigt er nochmal weiter an. Ist es außerdem sehr kurz sorgt dies zusätzlich für einen erhöhten Wert, da die Stengel mehr Fruktan enthalten als die Blätter. Je höher und satter das Gras, desto geringer der Fruktangehalt.

Bei kaltem Wetter ist es daher ratsam die Weiden eher später zu öffnen und in kleinen Schritten mit dem Angrasen zu beginnen. Ideal wären außerdem spezielle Pferdesaaten mit fruktanarmen Gräsern.

Nicht nur Pferde die unter EMS, Cushing, Sommerekzem oder Verdauungsstörungen leiden sind gefährdet. Auch bei unvorbelasteten Pferden können Probleme entstehen. Da Fruktan nicht durch Enzyme im Dünndarm aufgespalten werden kann, gelangt es in den Dickdarm. Der Fruktanabbau belastet die Darmflora und es entstehen Gase und Toxine.

Es können starke Blähungen und Gaskoliken auftreten. Darüber hinaus wird die Darmschleimhaut durch die Toxine angegriffen und an einer ausreichenden Nährstoffaufnahme über den Darm gehindert. Durchfall und/oder Kotwasser sowie die Schwächung des Immunsystems können die Folge sein. Zudem gelangen diese Giftstoffe über die Darmwand in die Blutbahn und belasten durch die notwendige Entgiftung wiederum vermehrt die Leber.

Die Haut (nach der alten chinesischen Akupunkturlehre auch als „dritte Niere“ bezeichnet) springt beim Abtransport von Schadstoffen ein, wenn Leber, Niere und Darm überlastet sind. Anzeichen hierfür sind ein veränderter Körpergeruch und/oder Juckreiz. Besonders zu Beginn der Weidezeit leiden daher viele Pferde unter Juckreiz, der mit der Giftstoffausscheidung in Verbindung stehen kann.

Ein paar Tipps, wie man sein Pferd bei einer Futterumstellung unterstützen kann:

  • Am Anfang nur nachmittags und in kurzen Intervallen grasen lassen.
  • Für ausreichende und regelmäßige Bewegung sorgen. Dies fördert den Ausscheidungsprozess und kurbelt den Stoffwechsel an, wodurch Giftstoffe schneller abtransportiert werden können.
  • Wichtig ist eine ausgewogene, indivuelle Ernährung. Spezialfutter, Futterzusätze, Kräuter, Darm- und Leberkuren helfen den Pferdeorganismus zu entlasten. Dies ist generell vor, während oder nach Futterumstellungen sowie zur Unterstützung beim Fellwechsel empfehlenswert.

Ich wünsche allen Pferden und ihren Menschen eine wunderschöne und gesunde Weidezeit.


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