AKUPUNKTUR

Die westliche Veterinärmedizin richtet sich nach dem „Kausalitätsprinzip“. Symptome und Messbarkeit einer Erkrankung stehen im Vordergrund. Die TCM ist eine Erfahrungsmedizin. Hier tritt der „dynamische Prozess“ einer Erkrankung in den Vordergrund.

Krankheit aus Sicht der TCM ist ein „Ungleichgewicht der körpereigenen Energien“

Wirkweise der Akupunktur:

  • Akupunkturpunkt wird z. B. mittels Nadel, Laser oder Moxibustion (Erwärmung), gereizt.
  • Chemische Stoffe (Histamin, Bradykinin, Prostaglandin E2) werden freigesetzt.
  • Die elektrische Erregbarkeit der Hinterhornneuronen im Rückenmark wird gehemmt.
  • Der Schmerz gelangt nur noch vermindert bis zum Großhirn.
  • Ergebnis = „Sofort schmerzlindernder Effekt“

Langzeitwirkung der Akupunktur:

Morphiumähnliche auf den Organismus wirkende Endorphine werden dauerhaft und häufig vom Gehirn ausgeschüttet und erzielen somit eine anhaltende Schmerzlinderung.

Akupunktur nach TCM kurz und knapp erklärt:

Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Aus Sicht der TCM fließt in einem gesunden Organismus das „Qi“ in definierten Leitbahnen (Meridiane genannt) in zyklischer Abfolge durch den ganzen Körper des Tieres. Wird das Qi gebremst oder sogar blockiert, kommt es zu Beschwerden.

Qi ist Materie, die sich in Energie verwandelt, und Energie, die sich in Materie verwandelt.
Qi ist fassbar und gleichzeitig nicht fassbar.
Qi steht für Aktivität, Funktion, Veränderung.
Es wird benötigt um Nahrung zu verdauen, wobei die Nahrung selbst zum Wachstum des Qi führt.
Yin und Yang dienen als Grundlage zur Klassifizierung aller Gegebenheiten in zwei Hauptkriterien.
Yang ist Aktivität und Funktion,
Yin ist Passivität und Materie.
Alle Dinge im Universum haben einen Yin und einen Yang-Aspekt, sie stehen in ständiger Wandlung zueinander und sind gleichzusetzen mit einem Fließsystem. Yin und Yang sind unterschiedlich und gegensätzlich, jedoch nicht voneinander trennbar.

Gesundheit aus TCM-Sicht bedeutet ein Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. Erkrankt ein Organismus, so spricht die TCM von einem Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang. Ausgelöst wird dieses Ungleichgewicht durch die so genannten „endogenen“ oder „exogenen Noxen“.

Exogene Noxen sind äußere Einflüsse, die auf den Körper wirken, wie z.B. Klimafaktoren (Wind, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit oder Sommerhitze). Die Chinesen nennen diese Krankheitsfaktoren Liu Xie = die sechs Übel.

Endogene Noxen sind innere Einflüsse, Emotionen (Freude, Zorn, Grübelei, Sorge, Angst, Furcht und Trauer). In der TCM spricht man hier von den „Sieben Emotionen“.

Nach einer auführlichen TCM-Diagnose werden durch die Reizung, passend ausgewählter Akupunkturpunkte u.a. Yin und Yang wieder ins Gleichgewicht gebracht, pathogene Faktoren ausgeleitet, Schmerzen gelindert oder das Wei-Qi (Immunsystem) gestärkt.

Akupunktur Indikationen:

Bewegungsapparat
Arthritis, Arthrose, Lahmheiten der Vorder- und Hinterextremitäten, Schulterbeschwerden, Kniegelenksbeschwerden, Sehnenerkrankungen, Rückenschmerzen, Schmerzen im Hüft- und Beckenbereich, Taktunreinheiten, Muskelatrophien und Verspannungen.

Atemwegserkrankungen
akut, chronisch, allergisch und Dämpfigkeit (beim Pferd)

Stoffwechselerkrankungen
akut, chronisch, Störungen im Magen-Darm-Bereich wie Durchfall und Verstopfung

Hauterkrankungen
Wundheilungsstörungen, Ekzem (z.B. Sommerekzem beim Pferd), Postoperative Narbenbehandlung

Hormonelle Störungen
ovarielle Fehlfunktionen, Sterilität

Störungen des zentralen Nervensystems
Ataxie, Epilepsie (beim Hund)

Augenerkrankungen
Ohrenerkrankungen
Verhaltensstörungen
Harnwegserkrankungen
Schmerztherapie bei degenerativen Prozessen
Leistungsabfall (bei Turnierpferden)